So klug wie sinnlich
Mozart und die Familie Weber – das Thema fasziniert seit jeher vor allem die populärwissenschaftliche Mozart-Literatur. Mit Aloysia Weber verband Mozart eine
Jugendliebe, Constanze Weber wurde seine Frau, Josepha Weber, verheiratete Hofer, war die erste Königin der Nacht. Alle drei Frauen hinterließen Spuren nicht nur in Mozarts Leben, sondern auch in seinem Werk. Spuren, denen die Sopranistin Sabine Devieilhe auf ihrem neuen Album gemeinsam mit dem phänomenalen Ensemble Pygmalion unter der Leitung von Raphaël Pichon nachgeht.
Devieilhe stand bereits im Mittelpunkt des 2013 erschienenen Rameau-Projekts «Le Grand Théâtre de l’Amour», einem rundherum gelungenen Querschnitt durch das Opernuniversum des großen französischen Komponisten. Auch «The Weber Sisters» ist keine einfache Arien-Kompilation, sondern ein ebenso klug wie sinnlich angelegtes Konzept-Album, das man am besten von vorn bis hinten durchhört.
Im Zentrum stehen drei Werkgruppen, die je einer der Weber-Schwestern gewidmet sind. Den Anfang macht Aloysia, die Mozart besonders reich bedachte, und das nicht nur, weil er in sie verliebt war. Wie Mozarts Arien zeigen, verfügte sie über eine außergewöhnlich hohe Stimme und war ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: CD des Monats, Seite 23
von Thomas Seedorf
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