Sieben Fragen an Michael Kupfer-Radecky

Opernwelt - Logo

Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Lange her ... In meiner Opernstudiozeit an der Bayerischen Staatsoper. Angela-Maria Blasi als Liù in «Turandot».

Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
In Deutschland sollten wir lieber die bestehenden sanieren/renovieren.

Aber klar … Ein Opernhaus auf dem Mond hätte was!

Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Ehrlich gesagt ist die Probenarbeit für mich grundsätzlich sehr erfüllend und macht Freude und Spaß! Sollte es doch mal vorkommen, dass man «durchkommen» muss, dann hilft: nicht aufregen!

Welche Oper halten Sie für überschätzt?
Oh je … Persönlich kann ich mit «Carmen» nichts anfangen. Das liegt aber an individuellen Erlebnissen, nicht am Stück.

Welche Oper halten Sie für unterschätzt?
Operetten
 allgemein! Ein gescheiter Operettentenor ist meisthin ein toller Wagnertenor! Ich bin ein Fan der Berliner Revue-Operette! Leider ist da meist nichts für mich zu singen drin, aber langsam komme ich ja in das Alter für Väter und Onkel!

Woran arbeiten Sie gerade?
Aktuell am Holländer in Mannheim und an meinem Debüt als Gunther in Bayreuth. Neu angefangen: Lear und Amfortas.

Ihre Lieblingsoper von Ludwig van Beethoven?
Also, wenn ich zwischen «Leonore 1805», «Leonore 1806» und «Fidelio» wählen muss, dann eindeutig der «Fidelio»!


Opernwelt 6 2022
Rubrik: Magazin, Seite 103
von

Weitere Beiträge
REFLEKTION, RESONANZ, RESÜMEE

ICH BIN SEHR DANKBAR
Laura Berman
Staatsoper Hannover

Seit ich 1983 nach Deutschland kam, lese ich die «Opernwelt». (Na ja, ich habe damals mit dem Magazin quasi Deutsch lesen gelernt!) Für Opernmacher:innen ist die Zeitschrift extrem wertvoll – zum Beispiel, um über die Arbeit von Kolleg:innen weit und breit gut informiert zu bleiben. Im enthusiastischen und manchmal auch sehr heftigen...

Zurück von ihm!

Ein Mann. Er schläft. Liegt, friedlich und scheinbar tiefenentspannt, in Morpheus’ Armen und träumt sich seine Welt zurecht, während aus dem Graben heraus, in höchstmöglicher Transparenz und Trennschärfe, das Vorspiel dieser romantischen Oper an ihm vorübergleitet. Je mehr sich die Musik in einen rauschhaften Zustand hineinsteigert, umso stärker wird auch der auf den Vorhang projizierte...

BILDERFLUTEN

Rein optisch wird man sich an diesen Abend vermutlich noch lange erinnern. Denn nichts Geringeres hat Simon Stone bei seinem Met-Regiedebüt mit Donizettis «Lucia di Lammermoor» im Sinn als eine Kombination aus Exzess und Deprivation. Lizzi Clachans unablässig rotierende Drehbühne ist übersät mit Scherben und Bergen von Müll, neben einer Tankstelle erhebt sich ein mehrstöckiges,...