Selten stimmig
Beeindruckend, wie sich das stilistische Bewusstsein für Mozarts Jugendopern entwickelt hat: Noch vor dreißig Jahren musste man sich mit den lauwarmen Aufnahmen Leopold Hagers begnügen, heutzutage wird das Gros der Interpreten den Werken zwischen Spätbarock und Frühklassik gerecht – unbestritten ein Verdienst der historischen Aufführungspraxis. Nicht von ungefähr ist die Neuproduktion von «Mitridate» am Théâtre des Champs-Elysées ein echter Hörgenuss.
Mit der von directeur général Michel Franck sorgsam ausgewählten Besetzung stellt sich ein seltenes Gefühl der Stimmigkeit ein: nicht, weil jedes Detail perfekt wäre. Sondern weil sich alles zu einem fesselnden Ganzen fügt. So wirkt Michael Spyres’ Stimme in der Höhe ein wenig gepresst. Doch er entspricht nicht nur in Klangfarbe und Tonproduktion genau dem in der eigentlich fast unsingbaren Titelpartie geforderten «Baritenor», er bringt auch die ideale Mischung von Heldischem und Virtuosität mit.
In der besuchten Vorstellung klingt Patricia Petibon als Aspasia hinsichtlich des Stimmvolumens etwas unterdimensioniert, zumindest im ersten Teil der Aufführung. Aber ihren stets feinfühligen Gesang zeichnen Geschmeidigkeit und Wärme aus, ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Christian Merlin
Der Untergang des Dogen Foscari sei eine Metapher für den Verfall der Stadt Venedig – so ließ sich Regisseur Alvis Hermanis über sein neuestes Projekt vernehmen. Interessantes Konzept. Wenn sich da nicht eine historische Unstimmigkeit eingeschlichen hätte: «I due Foscari» spielt im Jahre 1457. Zu diesem Zeitpunkt aber stand Venedig noch auf der Höhe seiner...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 4
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752288
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 09.03.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Mozart und die Familie Weber – das Thema fasziniert seit jeher vor allem die populärwissenschaftliche Mozart-Literatur. Mit Aloysia Weber verband Mozart eine
Jugendliebe, Constanze Weber wurde seine Frau, Josepha Weber, verheiratete Hofer, war die erste Königin der Nacht. Alle drei Frauen hinterließen Spuren nicht nur in Mozarts Leben, sondern auch in seinem Werk....
