Zurück zur Tradition?

Gerhard R. Koch über Personalien mit und ohne Visionen

Es ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen für den Kulturbetrieb, dass die Debatten um die großen Institutionen primär den Namen gelten. Aus der Sache heraus wird selten argumentiert. Stattdessen erhält die obligate Frage: Wer wird’s? immer mehr Gewicht. Noch bei der Soap Opera um die Bayreuth-Nachfolge konnte man sich kaum des Eindrucks erwehren, dass es nicht in erster Linie um Konzepte, gar Zukunftsvisionen ging, sondern weit mehr ums politisch-personale Kräftegeschiebe.

In Erinnerung sind noch die endlosen Spekulationen und Gerüchte, wer denn nun Karajan bei den Berliner Philharmonikern beerbe – ein Vorgang, der sich, auf niedrigerer Flamme, beim Wechsel von Claudio Abbado zu Simon Rattle wiederholte. Nun, Bayreuth ist ein Festspiel-Unternehmen, die Berliner sind vor allem ein Konzertorchester.

Bei den Opernhäusern sind Strukturen und Ansprüche sehr viel komplexer: Sie sollen möglichst viel spielen, ein quantitativ wie stilistisch-zeitlich breitgefächertes Repertoire anbieten, Stars präsentieren, Tradition und Moderne verbinden und dabei neue und neueste Tendenzen des Komponierens, aber auch der Theaterästhetik, inklusive Tanz, Film, Video und Performance, einbeziehen. Zugleich ...

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Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 36
von Gerhard R. Koch

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