Schule der Frauen

Julie Fuchs singt, begleitet von Thomas Hengelbrock und dem Balthasar-Neumann-Orchester, ausgewählte Mozart-Arien

Opernwelt - Logo

Zu spekulieren, ob Mozart sich auf den Pisten des nach ihm benannten Salzburger Ski-Verbundes «Amadè» oder in der unter gleichem Namen im Internet angepriesenen «Erlebnis-Therme» wohlgefühlt hätte, erübrigt sich in Ermangelung solcher Stätten zu seinen Lebzeiten. Ohnehin dürfte «Mens sana in corpore sano» nicht zu den Lebensmottos des Genies gehört haben.

Keinen Zweifel gibt es indes daran, dass der Komponist die französische Version seines vierten Vornamens der deutschen, von der Musikwissenschaft favorisierten Variante Amadeus vorzog; vor allem seine Briefe an Nahestehende unterzeichnete er sehr häufig mit Amadè. Die französische Sopranistin Julie Fuchs versammelt auf ihrem so betitelten Album nun Stücke, die Mozart für die so unterschiedlichen, sämtlich von ihm geliebten Damen mit geläufigen Gurgeln schrieb. Denn zweifellos war er ein großer Verehrer der Frauen – jedoch weder ein «Homme à Femmes» noch ein Casanova oder Don Giovanni. Wolfgang Hildesheimer vermerkt in seiner Mozart-Biografie, der Komponist sei «keiner gewesen, auf den die Damen zweimal sahen». Mozarts größtes Trauma in dieser Hinsicht dürfte die Herablassung gewesen sein, mit der Aloysia Weber ihm in Mannheim ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 30
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Reich mir die Hand, mein Leben

In unserer übermäßig zartfühlenden, empörungsbereiten, mancher würde sagen: hypermoralistischen Gegenwart, in Zeiten von #MeToo und übertriebener Political Correctness hätte er keinen leichten Stand. Wäre Don Giovanni eine real existierende Person, mit strafrechtlicher Verantwortlichkeit – gut wäre es um ihn nicht bestellt. Nun handelt es sich bei Mozarts und Da...

O'zapft is!

Das Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz hat sich mit Ausgrabungen einen Namen gemacht. Jetzt setzt Intendant Moritz Gogg noch eine Operetten-Uraufführung obendrauf. Daniel Behle und das erzgebirgische Theater treten feuchtfröhlich gegen das verbreitete Klischee an, die Operette sei tot, weil nichts Neues mehr komme. 

Behle ist ein erstklassiger Tenor...

Schlagt ihn tot, denn er ist ein Rezensent

Am schlimmsten trieb es – nein, kein Kritiker. Ein Komponist war’s, wiewohl: ein tief gekränkter. Wer Hugo Wolfs Rezensionen liest, reibt sich verwundert die Augen, derart deftig, geradezu niederträchtig wühlt der Wolf im Schafspelz im Räderwerk der Worte, um den «inkriminierten» Gegenstand in den Orkus zu schicken – und dessen Schöpfer am besten gleich mit. Ein...