Schuld und Sühne

Schreker: Der singende Teufel an der Oper Bonn

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Das Werk ist unzeitgemäß […] Ich kann, was ich will, aber sie verstehen es nicht», erklärte Franz Schreker so schroff wie selbstbewusst, als seine Oper «Der singende Teufel» 1928 bei ihrer Uraufführung durchfiel. Die Kürzungen, die er vornahm, machten es nicht besser. Die einzige Wiederaufnahme nach 1945, John Dews Bielefelder Inszenierung 1989, strich das sperrige Stück vollends zusammen. Jetzt hat die Oper Bonn es im Rahmen ihrer Reihe «Fokus ’33» erstmals seit der Uraufführung wieder in der Originalfassung gezeigt.

Mit dem heterogenen Chaos seiner Handlung steht Schrekers Stück sich gleichsam selbst im Wege. Einerseits knüpft er mit der Hauptfigur, dem Orgelbauer Amandus Herz, an die Künstlerfiguren seiner Erfolgswerke an, weitet andererseits mit dem Kampf zwischen der heidnischen Naturreligion und der christlichen Kirche die Dimensionen zu einem mit Wagners «Parsifal» konkurrierenden Bekenntniswerk, schielt zugleich aber auch auf die aktuelle Zeitoper der Weimarer Republik und schreckt selbst vor dem Flirt mit der Operette nicht zurück. Das gedanken- wie symbolüberfrachtete Libretto liest sich mit Amandus’ Liebe zur heidnischen Frühlingsjungfrau Lilian, den Massenszenen der ...

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Opernwelt Juli 2023
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Uwe Schweikert

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