Schattenspiele

Etablierter Außenseiter, Meister der Sublimation, konservativer Revolutionär: Benjamin Britten zum 100. Geburtstag

Opernwelt - Logo

Alle Welt reißt sich um Richard Wagner und Giuseppe Verdi, während der dritte Jubilar, Benjamin Britten, nach wie vor um Anerkennung kämpft, vor allem außerhalb Großbritanniens. Lange galt er den Konservativen als zu radikal, den Radikalen als zu
konservativ, und noch immer hält ihn mancher Kritiker für zweitrangig. Doch Britten ging einfach seinen eigenen Weg. Er beherrschte und benutzte die avancierten Techniken seiner Zeit, erhob sie aber nicht zum Programm.

Seine Tonsprache ist persönlich, unverwechselbar, sirenenhaft: ein helles Schimmern an der Oberfläche, die verführerischen Abgründe darunter. Er ist bis heute die Stimme der Insel.

 

Drüben überm Ärmelkanal sei alles anders. Die Autos fahren links, zum Frühstück gebe es Würstchen, gebackene Bohnen und geräucherten Fisch. Die Kinder sagen «bitte» und «danke». Und im Jubiläumsjahr von Richard Wagner und Giuseppe Verdi feiere man Benjamin Britten. So ätzte vor einiger Zeit das Feuilleton einer Wiener Gazette. Wobei es sich einen süffisanten Hinweis auf den auf der Insel gern gebrauchten Kalauer vom «Great Britten» nicht verkneifen konnte.

Noch immer scheint diesem Komponisten das Stigma des Regressiven anzuhängen wie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2013
Rubrik: Britten 100, Seite 76
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Starke Teams oder: Was bleibt von 2012/13?

Eine aufregende und in sich vielfältige Spielzeit war das. Was sie von anderen unterscheidet ist, dass sich die Kritikervoten unserer Umfrage bei einigen zentralen Aufführungen verdichten. Es sind Aufführungen, die über sich hinausweisen und in verschiedenen Rubriken genannt werden. Mit anderen Worten: Wo in der Oper und für die Oper Kräfte gebündelt werden,...

Verteidigung der Poesie

30 Jahre hat Giacomo Meyerbeer um seine letzte Oper gerungen. Genau zur Halbzeit schrieb er seinem Librettisten Eugène Scribe ein fast völlig neues Stück vor. Da das Publikum aber schon Jahre auf die angekündigte «Afrikanerin» gewartet hatte, wagte man nicht zu gestehen, dass aus ihr inzwischen eine Inderin geworden war. Chemnitz hat die historisch-kritische...

Das Urteil von 50 Kritikern

Kategorien:

1. Uraufführung -- 2. Wiederentdeckung -- 3. Aufführung -- 4. Regie -- 5. Bühne -- 6. Kostüme -- 7. Dirigent(in) -- 8. Sänger(innen) -- 9. Nachwuchskünstler(innen) -- 10. Opernhaus -- 11. Orchester -- 12. Chor -- 13. Ärgernis -- 14. Buch -- 15. CD/DVD

 

John Allison
London
Opera, Sunday Telegraph

 

1.    Stockhausens «Mittwoch aus Licht» in Birmingham
2.   ...