Salieri: La cifra

Köln

Rusticone hat zwar keine Chance, doch braucht es zwei kurzweilige Akte, bis diese Erkenntnis auch in seinem Oberstübchen angekommen ist. Das Fräulein Eurilla nämlich, welches der Bauer einst in seine Obhut nahm und (in schnöder Vorteilsnahmeabsicht) als eigene Tochter ausgibt, entpuppt sich als figlia eines schottischen Edelmannes. Am Ende wird sie natürlich – Gleich und Gleich gesellt sich gern – von einem Tenor aus eben ­jenem Adelshause heimgeführt, der auf den Namen Douglas Archibald Fideling Lord of Glenfidich hört. In einem Kästchen mit dem geheimnisvollen Kürzel «A. I. F.

» («Aprasi il fondo» – «Man öffne den Boden») spürt Milord Fideling junior ein Dokument auf, das Eurillas wahre, sprich: blaublütige Identität belegt.
Bis zum restaurativen lieto fine – das Revolutionsjahr 1789, in dem «La cifra» seine Wiener Uraufführung erlebte, hat noch keine Spuren hinterlassen – lässt Lorenzo Da Ponte in seiner letzten Lib­retto-Arbeit für Antonio Salieri die Buffa-Funken sprühen. Das Personal besteht (wie in Mozarts fast zeitgleich entstandener «Così») aus drei Paaren, wobei das handlungstreibende Duo in Gestalt des Milord und seines Lakaien Leandro auftritt. Auf der Suche nach der ...

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Opernwelt August 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 53
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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