Rückgriff auf die Antike
Natürlich ist «Elektra» weltweit ein fester Bestandteil des Opernrepertoires, doch musste die Oper genau 101 Jahre auf ihre Erstaufführung im südtirolischen Bozen warten. Die dort erarbeitete Inszenierung versteht sich als eine überregionale Koproduktion mit so traditionsreichen Häusern wie den Teatri Comunali von Modena und Ferrara sowie dem Municipale von Piacenza.
Es stimmt: Keines der Traditionshäuser in der Emilia Romagna verfügt über einen Graben, der die 115 von Strauss geforderten Orchestermitglieder fassen könnte.
Und so warteten Regisseur Manfred Schweigkofler und seine Bühnenbildner mit einem raffinierten Konzept auf, das der logistischen Herausforderung mit einer Innovation – präziser: mit einem Rückgriff auf das antike Griechenland begegnete. Wie ein griechischer Chor ist der gigantische Orchesterapparat im Halbrund des Auditoriums hinter den Sängern gruppiert, und zwar sichtbar – wenn auch nur als konturlos bedrohliche Masse hinter einem schwarzen Schleier. Der Chor erscheint beiderseits eines großen Innenhofes auf zwei Türmen postiert, deren Gerüste, Podeste und bewegliche Brücken für den mykenischen Königspalast stehen. Die «Underdogs», namentlich Elektra und die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dichter kann ein Opernmonat kaum sein. Abseits der Metropolen kommt Franz Schreker endlich einmal wieder zu seinem Recht. Chemnitz holt den «Schmied von Gent» aus dem Vergessen, und Augsburg setzt sich für «Der ferne Klang» ein. Die musikalischen Ergebnisse rechtfertigen in beiden Fällen den Aufwand. In Berlin rivalisieren Staatsoper und Komische Oper in Sachen...
Frau Karg, an der Komischen Oper haben Sie gerade die Norina aus «Don Pasquale» gesungen. Liegen Ihnen solche eher leichtfertigen Charaktere?
Eigentlich gar nicht. Aber in Norina steckt nun mal wenig Tiefgang – damit musste ich klarkommen. Das ist ein junges Mädel aus der Spaßgesellschaft, und nur in dem Moment, in dem sie Pasquale eine Ohrfeige gibt, gewinnt das...
Die «Vereinigten Staaten» existierten offiziell noch gar nicht, da verstand sich Neu-Englands Metropole Boston schon als Kulturhauptstadt. Nicht nur schlossen sich zahlreiche lokale Universitäten der dortigen, 1636 gegründeten Harvard University an; die Stadt brachte überdies eine genuin amerikanische Literatur und Philosophie hervor und begründete die...
