Aus dem Ensemble

Strauss: Der Rosenkavalier Hagen / Theater

Was haben die Spätromantik und das erfundene Rokoko des Duos Hofmannsthal-Strauss mit dem Surrealismus zu tun? Auch mit scharfgestellter Dramaturgen-Lupe wollen partout keine belastbaren Verbindungslinien sichtbar werden. Dennoch tappen in Gregor Horres’ Hagener Inszenierung des «Rosenkavalier» immer wieder gesichtslose Männer im schwarzen Anzug mit Bowler-Hut auf dem Kopf wie auf einem Magritte-Bild herum, schieben Trennwände hin und her. Was trennen sie? Die Innen- von der Außenwelt? Die Realität vom Traum, vom Spiel? Es bleibt unklar.

Jan Bammes’ Bühne ist ansonsten karg und überwiegend dunkel, Yvonne Forsters Kostüme peilen eine nostalgisch angehauchte Gegenwart an. Kein Rokoko, keine Verweise auf die Entstehungszeit, bloß einige poppig grelle «Achtung: Kitsch!»-Warnungen, wenn Strauss’ silbrig-süße Klänge sich verdichten: So schweben in der Rosenüberreichungs-Szene zwei Amoretten über die Köpfe und streuen neckisch Glitzerstaub.

Ansonsten geht es auf der Bühne nüchtern zu: Während der Ouvertüre gibt es kein lüsternes Wälzen im Lotterbett der Marschallin, sondern zwei getrennte Betten zu sehen – dem einen ist ein stummer älterer Herr im steifen Gehrock zugeordnet, im zweiten ...

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Opernwelt August 2016
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Regine Müller