Rollendebüt
Sechzehn Tage Vorlauf für ein Rollendebüt: Das braucht Mumm. Den bewies Roberto Alagna, als er jetzt an der Metropolitan Opera als Des Grieux einsprang. Jonas Kaufmann hatte sich zur Wiederaufnahme von Richard Eyres fragwürdiger «Nazi meets film noir»-Version der «Manon Lescaut» krankgemeldet. Alagna glückte trotz eines trockenen Vibratos und hörbarer Anstrengung eine beeindruckende Vorstellung – mitreißend seine jungenhafte Leidenschaft im Auftreten, die Stilsicherheit und klaren Konsonanten, sein darstellerisches Engagement.
Daneben fiel Kristine Opolais’ zwar attraktive, aber seltsam kühle Manon ein wenig ab, stimmlich war sie nicht in Bestform. In den Liebesduetten suchte Alagna denn auch eher die Nähe der Souffleuse. Er ging mit seinem Legato sparsam um, klang in den Spitzentönen steif, um einige drückte er sich ganz. Im vierten Akt aber fanden beide Stars zu sich selbst. Musikalisch lohnte der Abend auch dank Fabio Luisis detailsinnig strömendem Dirigat.
Aus dem Englischen von Katharina Duda
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 73
von David Shengold
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