Risikoberuf

Singen als Quell der Angst. Wie wird in Ausbildungsstätten damit umgegangen? Bariton Andreas Schmidt, Professor an der Hochschule für Musik und Theater in München sowie Dozent am Salzburger Mozarteum, gewährt einen Blick hinter die Kulissen

Herr Schmidt, wie verläuft aktuell der Unterricht?
Wir sind in der glücklichen Lage, wieder Präsenzunterricht anbieten zu dürfen. Im März 2020 mussten wir ja in den totalen Lockdown, da wurde die Hochschule geschlossen. Wir haben damals mit den Studierenden kommuniziert, um Möglichkeiten und Wege zu finden, wie wir mit dieser Situation umgehen können. Eine digitale Verständigung lag auf der Hand. Jeder von uns Lehrenden hatte in irgendeiner Form schon Erfahrungen gemacht mit Distanzlehre.

Im Mai durften wir dann wieder in die Hochschule zurück mit großen Einschränkungen: Unterricht war nur möglich mit Abständen von fünf Metern zum Singenden und zum Klavier, und dies in großen Räumen mit weit geöffneten Fenstern und Türen. Distanzunterricht kann natürlich nur eine Krücke sein, ein absoluter Notbehelf für unser Metier.

Gab es trotz allem Infektionen in den vergangenen Monaten?
In der zweiten Jahreshälfte wurde eine Infektion in die Abteilung hineingetragen von einer Lehrkraft. Drei Lehrende und sechs Studierende waren betroffen, wir alle mussten in Quarantäne. Die Infektionskette konnte also sofort und sehr genau nachvollzogen werden. Seitdem, toi, toi, toi, ist nichts mehr ...

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Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Mein Sehnen, mein Wähnen: Corona Spezial, Seite 12
von Markus Thiel

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