Regisseure des Jahres

Die Kür ist für sie nicht neu. Für keinen von beiden. Sowohl Hans Neuenfels als auch Christof Loy waren bereits «Regisseur des Jahres». Letztgenannter, ein im Vergleich zum ewigen Metaphernzauberer Neuenfels mehr als zwanzig Jahre jüngerer Asket reinsten Wassers, sogar schon zweimal. Auch in der vergangenen Spielzeit sorgten beide wieder mit extrem verschiedenen Mitteln für reichlich Diskurs- und Reibungsmaterial. Energetisch, intelligent wie intelligibel fokussieren ihre Inszenierungen auf den Menschen samt seiner Abgründe, samt seiner gesellschaftlichen Verstrickungen.

Mögen auch die Verfahren, die Neuenfels und Loy anwenden, um zum (dramaturgisch genau durchdachten) bühnenwirksamen Ergebnis zu gelangen, gegensätzlicher kaum denkbar sein – eines eint ihre Künstlernaturen: Es ist der präzise, nachgerade röntgenologische Blick auf das, was – musikalisch wie szenisch – wesentlich ist für das jeweilige Stück. Während Neuenfels diesen Blick mit (häufig ironischen) Bildern zu schärfen versucht, geht Loy von der Gestalt im kahlen Raum aus, von der nackten Spannung, die zwischen den Figuren entsteht. Aufladung und Entladung hier (Neuenfels), innere Elektrizität dort (Loy). Spannend, im ...

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Opernwelt Jahrbuch 2008
Rubrik: Regisseure des Jahres, Seite 58
von

Vergriffen
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Was ist das Deutsche an der deutschen Musik?

Rexroth: Ich möchte mit einer Frage an Gerd Albrecht beginnen. Sie sind viel in der Welt herumgekommen, unter anderem haben Sie lange in Japan gearbeitet und waren von 1993 bis 1996 Chef der Tschechischen Philharmonie in Prag. Sind Sie im Ausland als deutscher Dirigent in einer führenden Position wahrgenommen worden, haben Sie sich als deutscher Künstler empfunden?

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