... Regietheater
Herr Schenk, Ihre Münchner «Bohème»-Inszenierung wird von der Bayerischen Staatsoper als «zeitlos gültig» angepriesen. Stimmt das?
Das müssen die Kritiker entscheiden. Klar ist allerdings, dass modernistische Inszenierungen schneller veralten. Aber auch bei meinen Inszenierungen hält die Personenregie oft leider nicht so lange wie das Ambiente. Irgendwann bleibt dann nur noch ein Rahmen, weil der Repertoirebetrieb die Form, die ich mir ausgedacht hatte, bis zur Unkenntlichkeit abschleift.
Ist das zwangsläufig so?
An der Met ist das anders.
Da gibt es eine unglaubliche Crew von Assistenten, die ein festes Regiment führen und auch meine Inszenierungen in meinem Sinne weiterdenken, wenn eine neue Besetzung kommt. Als ich dort noch mal meinen «Ring» aufgemöbelt habe, musste ich das eigentlich nur noch ergänzend absegnen.
Bei Ihren Inszenierungen an der Wiener Staatsoper steht dagegen «nach Otto Schenk». Das macht man eigentlich nur, wenn der Regisseur tot ist oder protestiert hat.
Ja, das habe ich mir ausgebeten. Die hatten so viel geändert, dass ich nicht mehr dazu stehen konnte. Aber immerhin haben mich sowohl die Wiener wie die Münchner Staatsoper jetzt gebeten, meinen «Rosenkavalier» ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Verkettung einander ausschließender Emotionen gehört zu den Grundstrukturen der Operndramaturgie. Grétry und sein Librettist Louis-Guillaume Pitra haben für ihre 1780 an der Pariser Académie Royale de Musique uraufgeführte Oper auf Jean Racines Tragödie «Andromaque» zurückgegriffen. In diesem für die französische Klassik ungewöhnlich düsteren Stück geht es...
Krass auseinanderdriftende Premierenkritiken, heftige Publikumsreaktionen noch in der dritten Vorstellung: Den Titel der «umstrittensten Produktion der Saison» dürfte die Komische Oper für ihren neuen «Fidelio» sicher haben. Nach den letzten, erschreckend belanglosen Premieren («Don Pasquale», «Orlando») kann man das immerhin als Lebenszeichen werten – ob der...
Peter Eötvös gehört zu der Handvoll lebender Komponisten, die es schaffen, unsere Opernhäuser in schöner Regelmäßigkeit mit neuen Stücken zu versorgen, die auf breite Zustimmung stoßen und sogar nachgespielt werden. Das funktioniert deshalb so zuverlässig, weil Eötvös weder ein Revoluzzer der Form noch des Klangs ist. Seine Musik ist stets von edelster Delikatesse,...
