... Regietheater

Ob «Ring», «Rosenkavalier» oder zuletzt, vor vier Jahren, «Don Pasquale» an der Met – die Inszenierungen von Otto Schenk sind Dauerbrenner des Repertoires. Nur wenige Regisseure haben das Profil der großen Opernhäuser so geprägt wie der 1930 geborene Wiener. Am 12. Juni wird Otto Schenk 80 – und hat noch eine Menge vor. Wir wünschen an dieser Stelle alles Gute.

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Herr Schenk, Ihre Münchner «Bohème»-Inszenierung wird von der Bayerischen Staatsoper als «zeitlos gültig» angepriesen. Stimmt das?
Das müssen die Kritiker entscheiden. Klar ist allerdings, dass modernistische Inszenierungen schneller veralten. Aber auch bei meinen Inszenierungen hält die Personenregie oft leider nicht so lange wie das Ambiente. Irgendwann bleibt dann nur noch ein Rahmen, weil der Repertoirebetrieb die Form, die ich mir ausgedacht hatte, bis zur Unkenntlichkeit abschleift.

Ist das zwangsläufig so?
An der Met ist das anders.

Da gibt es eine unglaubliche Crew von Assistenten, die ein festes Regiment führen und auch meine Inszenierungen in meinem Sinne weiterdenken, wenn eine neue Besetzung kommt. Als ich dort noch mal meinen «Ring» aufgemöbelt habe, musste ich das eigentlich nur noch ergänzend absegnen.

Bei Ihren Inszenierungen an der Wiener Staatsoper steht dagegen «nach Otto Schenk». Das macht man eigentlich nur, wenn der Regisseur tot ist oder protestiert hat.
Ja, das habe ich mir ausgebeten. Die hatten so viel geändert, dass ich nicht mehr dazu stehen konnte. Aber immerhin haben mich sowohl die Wiener wie die Münchner Staatsoper jetzt gebeten, meinen «Rosenkavalier» ...

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Opernwelt Juni 2010
Rubrik: Apropos, Seite 71
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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