Reflektiert intuitiv

Der Tenor Matthias Klink über Form und Ausdruck, Glück und Ärger mit Regisseuren sowie die Scheu vor Mikrofonen

Herr Klink, Sie singen nun seit mehr als zwanzig Jahren Oper. Was ist Ihnen heute besonders wichtig, wenn Sie auf die Bühne treten?
Eine direkte Verbindung zwischen Sprache und Stimme. Danach suche ich, in jeder Vorstellung aufs Neue. Gesang ist ja eigentlich etwas Gemachtes, Künstliches. Ich will diese Künstlichkeit überwinden. Das treibt mich an. Eine Partie sitzt für mich erst dann wirklich gut, wenn man keine Anstrengung spürt.

Natürlicher Ausdruck ...
... genau darum geht es mir. Und dazu gehört weit mehr als Technik.

Ich komme diesem Ziel am nächsten, wenn alle Parameter einer Produktion stimmen. Die Stuttgarter «Salome»-Inszenierung von Kirill Serebrennikov zum Beispiel war für mich eine solche Produktion. Intensive Gespräche, konzentriertes Probieren, eine aus Alltagserfahrungen gespeiste Deutung, die das Stück ohne jede Exotik in unserer Zeit verankert – das war eine unglaublich schöne Erfahrung. Man erzählt dann wie von selbst, geht in der Rolle, in der Handlung auf. Text, Töne, Körper, Bewegung, Licht, Raum – alles wird Ausdruck.

Sie haben in der jüngsten Stuttgarter Strauss-Premiere als Herodes debütiert. Wann hatten Sie die Partie zum ersten Mal auf dem ...

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Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Interview, Seite 32
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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