Radio Days

Der Bayerische Rundfunk erinnert auf dem hauseigenen Label an große Stimmen der Münchner Sonntagskonzerte

Opernwelt - Logo

Die Münchner Sonntagskonzerte, 1952 vom Bayerischen Rundfunk ins Leben gerufen und anfangs ganz der leichten Muse gewidmet, entwickelten sich in den 60er-Jahren zu einem Festival großer Opernstimmen. Als Schüler habe ich kaum eine der Sendungen verpasst, in denen auch einige Sänger mitwirkten, von denen es keine Schallplattenaufnahmen gibt und die heute fast oder ganz vergessen sind. Dass sich der BR nun entschlossen hat, Höhepunkte dieser Reihe, die in anderer Form immer noch existiert, auf einem eigenen Label zu veröffentlichen, ist sehr zu begrüßen.

Und dass es sich bei den drei ersten Publikationen um Weltstars handelt, die auf Tonträgern reichlich dokumentiert sind, mag dabei verkaufsstrategisch gar nicht ungeschickt sein. Bleibt allerdings zu hoffen, dass in der Folge auch weniger bekannte Künstler zu Ehren kommen.

Die Aufnahmen mit Nicolai Ghiaurov (1929-2004) stammen aus dem ersten und entscheidenden Jahrzehnt seiner Karriere. Nach Anfängen in Bulgarien wurde er von Karajan entdeckt und in Wien groß herausgebracht, kam dann 1960 an die Mailänder Scala, wo er als Varlaam und Großinquisitor startete und sich mit Glanz neben seinem großen Landsmann Boris Christoff behauptete, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 27
von Ekkehard Pluta

Weitere Beiträge
Im Spiegelkabinett

Eugen Onegin» als Tragödie verfehlten Lebens­glücks: So sieht Stefan Herheim Tschaikowskys Szenenfolge, mit der er an der Nederlandse Opera im Rahmen des Holland Festivals debütierte. Das Concertgebouworkest mit seinen überirdisch schönen Hörnern saß im Graben, Mariss Jansons dirigierte. Eine Luxusbesetzung. Manches Bild schärfte die Ohren wie der vorher in dieser...

Emigrantentragödie in Brooklyn

Im Umgang mit seinen Musikern war Leos Janácek nicht zimperlich. «Wenn Sie das nicht spielen können, dann lernen Sie es eben», sagte er einem verzweifelten Geiger, der mit den ungewohnten Schwierigkeiten seines Parts nicht zurecht kam. Und auf die Frage, wie eine ob der undefinierbaren Kalligrafie des Meisters kaum zu entziffernde Stelle zu spielen sei, antwortete...

Im Todeskampf der Geschlechter

Zum Abschluss der an entdeckerischem Wagemut wahrlich nicht armen Saison wartete die Oper Frankfurt mit zwei weiteren Premieren abseits des üblichen Repertoires auf. Beide Stücke, Marc-Antoine Charpentiers «Médée» und Aulis Sallinens «Kullervo», spielen in mythischer Vorzeit, also heute. Beide Male, in der 1693 uraufgeführten Barockoper wie in der fast genau...