Quellenstudium in Taubenblau

Der G. Henle Verlag feiert seinen 75.

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Der Mann hatte viele Talente. Fast zu viele, um sich zu entscheiden. Doch Günter Henle, Nachfahre einer jüdischen Familie, die, um antisemitischen Anfeindungen zu entgehen, zum katholischen Glauben übergetreten war, machte aus der «Not» eine Tugend: Er vereinte die Begabungen und reüssierte erst als Diplomat, dann als Industrieller und schließlich als Verleger. Für die Musikwelt entscheidend wurde letztere Tätigkeit, die ihm schon in die Wiege gelegt worden war.

Sein Vater, so lesen wir es in Tobias Heyls sorgfältig recherchierter, allerdings leicht ins Hagiographische neigender Publikation «75 Jahre G. Henle Verlag», liebte die Musik und übertrug diese tiefe Zuneigung auf seinen Sohn. Der schuf früh die Grundlagen, um später mit Fachwissen an der Spitze des Verlags zu stehen. Günter Henle erlernte das Geigen- und Klavierspiel, er begleitete seine Eltern in die Oper, er war aktiver Teil der musikalischen Soirées im Hause Henle. Wesentliche Einflüsse verdankte er seinem Klavierlehrer Walter Lampe, der noch bei Clara Schumann und Engelbert Humperdinck studiert hatte und sich nun des jungen, augenscheinlich begabten Mannes annahm; späterhin sollte er auch als Berater Impulse setzen. ...

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Opernwelt Februar 2024
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Jürgen Otten

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