Provozierendes Psychospiel

Essen, Wagner: Der fliegende Holländer

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Angewidert lässt sie sich den Schmuck vom Vater umhängen. Senta und Daland hegen eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung. Er, der plakativ geschäftstüchtige Materialist, der sich von Holländers Reichtümern blenden lässt; sie, die pubertierende Träumerin, die ihrer romantisch-blinden Schwärmerei vom Wundermann nachhängt. So einfach, so gut.
In der Fokussierung auf Senta garantiert die Essener Neuinszenierung des «Fliegenden Holländers» ihre wenigen Höhen – und gleichzeitig ihre vielen Schwachpunkte.

Die Anwesenheit einer stummen Doppelgängerin im ersten Akt etwa macht nicht wirklich Sinn. Dass der «Steuermann»-Chor im dritten Akt aus lauter Sentas besteht und diese sich gegenseitig – stellvertretend an einigen Puppen – Körperteile und Gebeine ausreißen, um sie anschließend für wilden Sex zu miss­brauchen, war schließlich zu viel für das Premieren­publikum, das, ungeachtet des Fortfließens der Musik, seinem Protest in lauten Buh-Salven Ausdruck verlieh.
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Opernwelt Juni 2006
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Christoph Vratz

Vergriffen
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