Provozierendes Psychospiel
Angewidert lässt sie sich den Schmuck vom Vater umhängen. Senta und Daland hegen eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung. Er, der plakativ geschäftstüchtige Materialist, der sich von Holländers Reichtümern blenden lässt; sie, die pubertierende Träumerin, die ihrer romantisch-blinden Schwärmerei vom Wundermann nachhängt. So einfach, so gut.
In der Fokussierung auf Senta garantiert die Essener Neuinszenierung des «Fliegenden Holländers» ihre wenigen Höhen – und gleichzeitig ihre vielen Schwachpunkte.
Die Anwesenheit einer stummen Doppelgängerin im ersten Akt etwa macht nicht wirklich Sinn. Dass der «Steuermann»-Chor im dritten Akt aus lauter Sentas besteht und diese sich gegenseitig – stellvertretend an einigen Puppen – Körperteile und Gebeine ausreißen, um sie anschließend für wilden Sex zu missbrauchen, war schließlich zu viel für das Premierenpublikum, das, ungeachtet des Fortfließens der Musik, seinem Protest in lauten Buh-Salven Ausdruck verlieh.
Barrie Kosky hat am Aalto-Theater seine erste Regiearbeit vorgelegt und damit eine dürftige Visitenkarte hinterlassen. Er verortet das Werk fernab der norwegischen Küste. Das Bühnenbild von Klaus Grünberg zeigt eine Wand aus Fenstern, ...
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Frau Gallardo-Domas, Sie haben Ihr Debüt 1990 als Butterfly in Santiago de Chile gegeben. Butterfly gilt als «Killerpartie»: das Gegenteil einer klassischen Anfängerinnenrolle. Haben Sie einmal gedacht, dass Sie Ihre Karriere vielleicht nicht unbedingt mit einem so schweren Kaliber hätten beginnen sollen?
Damals habe ich nicht wirklich gedacht. Es ist einfach so...
