Pompööös
Nebenan steht ein großes waschechtes Casino. Und auch auf der schmucken Bühne des Staatstheaters Wiesbaden wird gezockt. Doch Hermann hat nicht genug Kohle, um die schöne Lisa – eigentlich mit Fürst Jeletzki verlobt – zu freien. Pinke wird aber gebraucht, denn sie ist adelig. Also versucht Hermann, diesen einen stets erfolgversprechenden Kartentrick aus der alten Gräfin – eine legendäre Zockerkönigin – herauszupressen. Glücksspiel als Lösung für das Suchen nach Liebe. Keine gute Idee. Das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Denn die Gräfin ist Lisas Großmama – und stirbt bei der Begegnung mit Hermann; vor Schreck. Nun wird Hermann fortwährend von dunklen Mächten alles andere als gut geborgen. Der Geist der toten Gräfin verfolgt ihn; im Traum spricht sie ihm zu allem unguten Überfluss eine Kartenkombination zu, mit, an und durch die Hermann komplett spinnert wird. Lisa begeht Selbstmord. Tatsächlich bringen Hermann die von der Gräfin im Traum mitgeteilten Kartenkombinationen am Spieltisch anfänglichen Erfolg. Zuletzt geht er mit Pique Dame, dem einstigen Spitznamen der toten Gräfin, «all in». Epic fail. Alles Geld ist weg. Dumm gelaufen.
Regisseur Uwe Eric Laufenberg lässt Tschaikowskys ...
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Opernwelt März 2022
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Arno Lücker
Eine etwa 3 x 3 Meter große Gefängniszelle. Ein sprödes Klappbett. An die Wand gekettet. Dicke Gitterstäbe zwischen den beiden Menschen. Diese beiden Menschen: Das können in Béla Bartóks 1911 komponierter, 1918 in Budapest uraufgeführter Oper «Herzog Blaubarts Burg» nur der Herzog selbst und seine ihm zugetane Judith sein. Denn mehr Bühnenpersonal gibt es hier...
Zum Beispiel die Taube. Im Augenblick des Herniedersteigens vom Himmel als simples e in höherer Butterlage festgehalten. Gern genutzt für die Beweisführung in Sachen Pianissimo-Kultur und Atemtechnik, dabei schier endlos gedehnt. William Cochran singt über die Stelle nicht unbedingt hinweg, aber: kein Ausstellen von Tönen oder Phrasen, kein Entzücken an der eigenen...
JUBILARE
Jane Henschel absolvierte ihr Gesangsstudium an der University of Southern California. Erste Opernengagements führten sie 1978 nach Deutschland, sie trat in Aachen, Wuppertal, Dortmund und an der Deutschen Oper am Rhein auf. Zahlreiche Gastspiele machten die Mezzosopranistin ab Ende der 1980er-Jahre in der ganzen Welt bekannt, umjubelt etwa als Amneris,...
