Poesie des Dreiecks

Bern, Eötvös: Tri sestri

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Das Berner Stadttheater zeigt nicht nur mehrere, sondern auch diametral entgegengesetzte Gesichter. Nach der an Peinlichkeiten reichen Produktion von Catalanis «La Wally» (OW 4/2005) in der Regie von Renata Scotto nun also Peter Eötvös’ Tschechow-Oper «Tri sestri» in einer schlichten, aber überaus luziden, eindrucksvollen Inszenierung.
Dass man mit diesem Werk ein Erfolgsstück für den Programmpunkt Zeitgenössische Oper gewählt hat, ist legitim und hat sich in Bern bereits als geschickter Zug erwiesen. Eötvös’ Kompositionen sind in Musik gesetzte Geschichten.

Der Komponist erzählt Tschechows handlungsdünnes Konversationsstück «Drei Schwes­tern» in drei «Sequenzen» jeweils aus dem Blickwinkel einer Person, Irina, Andrej und Mascha. Dadurch entsteht eine Vielzahl von Dreieckskonstellationen. Zeiten und Vorgänge sind multiperspektivisch überlagert. Die sinnleeren Lebensentwürfe der Tschechow’schen Gestalten erhalten eine klangliche Hülle, die inneren Erschütterungen eine musikalische Sprache. Die Klang­gesten des Komponisten schaffen eine plastische Kommunikation, indem Eötvös etwa einzelnen Figuren bestimmte Instrumente zuordnet. ­Zudem bindet er die Musik an zwei Klangkörper: Ein ...

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Opernwelt Juni 2005
Rubrik: panorama, Seite 40
von Hanspeter Renggli

Vergriffen
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