Pionierarbeit

Pionierarbeit: Ulrich Schreibers letzter Band zur «Geschichte des Musiktheaters»

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Dass einer über Musik schreibt und doch das Ganze der Gesellschaft im Auge behält, ja, dass es ihm darum zu tun ist, auch in der Musik die Gesellschaft, ihre Strukturen und Probleme zu identifizieren und die abstrakteste der Künste dadurch an die Konkretheit des Lebens zurückzubinden, das eine im anderen zu finden, ohne es auf dieses zu reduzieren – diese Fähigkeit des Überblicks, die den souveränen Umgang mit dem Gegenstand des eigenen Inte-resses voraussetzt, ist in unseren Zeiten selten geworden.

Es bedarf eines ebenso überlegenen wie widerständigen Charakters, um gegen den allgemeinen Trend die eigenen Arbeiten nicht als bloße Anachronismen erscheinen zu lassen, die gegen den Zeitgeist nicht mehr ankommen, sondern in ­ihnen und mit ihnen noch einmal vorzuführen, wozu ein Wissen gut ist, das nicht in fachlicher Partikularität aufgeht.
Ulrich Schreiber war von solchem Zuschnitt, er war eine überragende und imponierende Figur der deutschen Musikpublizistik. Er verfügte über ungemein breite und genaue Kenntnisse nicht nur in der Musik, der Literatur und dem Theater, sondern auch in Geschichte, Gesellschaft und Politik. Begabt mit einem scharfen analytischen Verstand, in seinen ...

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Opernwelt Jahrbuch 2007
Rubrik: Bilanz, Seite 118
von Udo Bermbach

Vergriffen
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