Petersburger Belcanto

Fundstücke aus der «Goldenen Ära» des Mariinsky-Theaters

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Unser Bild von russischen Sängern ist vor allem von Schaljapin geprägt sowie von den rauen Kraftkehlen aller Stimmlagen, die – seit der Wende verstärkt – die westeuropä­ischen Bühnen erobern. Dass vor allem Petersburg bis zur Revolution eine Hochburg des Belcanto war, in der sich die italienischen Stars die Klinke in die Hand gaben und die einheimischen Künstler im italienischen Stil sangen, ist heute nur noch systematischen Schallplattensammlern bekannt.

Die englische Firma Nimbus, die schon wiederholt seltene russische Gesangsaufnahmen der akustischen Ära zugänglich gemacht hat, legt nun auf zwei CDs eine Sammlung von Schätzen aus dem Staat­lichen Museum von St. Petersburg vor.
Sie ist ganz den Männerstimmen vorbehalten, Frauen kommen nur in zwei Fällen als deren Duettpartnerinnen vor. 31 der 43 Titel werden dabei von Tenören gesungen, aus gutem Grund, denn diese Stimmlage hatte damals in Russland eine letzte große Blütezeit. Robuste Brüller vom Typ Atlantow gab es damals offenbar nicht, die leichten, hellen, elegant-melancholischen Stimmen überwiegen. Auch dramatische Sänger wie Lew Klementyew, David Yushin, Jewgenij Vitting und Wassily Damajew bevorzugen den schlanken Ton. Die ...

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Opernwelt Januar 2005
Rubrik: Platten, Seite 61
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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