Problematisch

Komponistin, Sängerin, Pädagogin: Eine Monografie rückt Pauline Viardot-García ins Rampenlicht – und blendet Wesentliches aus

Erst, wenn sie klingt, davon war Pauline Viardot-García überzeugt, sei Musik wirklich Musik. Und auch Beatrix Borchard, die dieser Sängerin, Komponistin und Pädagogin eine umfangreiche Monografie gewidmet hat, teilt diese Überzeugung. Nun ist Klang aber flüchtig und erst seit gut hundert Jahren ­reproduzierbar. Auch das mag ein Grund dafür sein, dass Musikwissenschaft sich lange ans Schriftliche hielt, an Partituren, und darin das einzig Diskutierbare erblickte. Wer sich mit dem beschäftigt, was an Musik nicht zu verschriftlichen ist, muss neue Methoden finden.

Das ist der Anspruch, aber zugleich auch das Problem von Borchards Buch.

Die Urteile über Pauline Viardot, geborene García, die 1821 in Paris zur Welt kam und 1910 dort starb, sind von seltener Einmütigkeit. Frédéric Chopin und Clara Schumann, Heinrich Heine und Théophile Gautier bezeichneten sie als «genial». Giacomo Meyerbeer schuf die Partie der Fidès im «Propheten» für sie, ­Camille Saint-Saëns widmete ihr «Samson et Dalila»; die «Altrhapsodie» von Johannes Brahms und das Oratorium «Marie Magdeleine» von Jules Massenet brachte sie zur Uraufführung. Ihr Vater, der spanische ­Tenor Manuel García, war der erste Almaviva in ...

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Opernwelt August 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Jan Brachmann