Paradestimmen
Grau verhangen, öde ist diese Landschaft. Seile hängen ins Bild. Verkohlte Sparren, bröckelnde Grabsteine, bandagierte Leichen, Betonbunker. Wie ein schwarzer Faden zieht sich dieses Ambiente durch Daniele Abbados «Attila»-Inszenierung, die als Koproduktion mit Venedigs La Fenice und dem Teatro Massimo in Palermo entstand. Bekanntlich geht es in Verdis neunter Oper um den Krieg. Die einzigen Waffen, die man auf der Bühne des Teatro Comunale in Bologna sieht, sind Pistolen für die Römer und Attilas Schwert – das er großzügig Odabella überlässt.
Ein seltsames Gefecht ist das: Die (entwaffneten) Hunnen treten in abgerissenen Kampfanzügen auf (man denkt an einen Haufen kubanischer Guerillas), ihre Widersacher tragen modische Uniformen und schwarze Baretts im Fascho-Look.
«Attila» ist eine echte Herausforderung für jedes Besetzungsbüro. Man braucht nicht nur einen Sopran von übermenschlicher Statur, sondern auch einen erstklassigen Tenor, Bariton und Bass. Solches Vokalkapital war in Bologna tatsächlich beinahe vollständig versammelt, obendrein zwei viel versprechende Stimmen in Nebenrollen: Gianluca Floris als Uldino und Antonio Di Matteo als Leone. Einziger Wermutstropfen: Stefanna ...
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Opernwelt März 2016
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Carlo Vitali
Owen Wingrave», die vorletzte Oper des bekennenden Pazifisten Benjamin Britten nach einer Erzählung von Henry James, entstand 1970 – in der Endphase des Vietnam-Krieges – als Auftragswerk für das britische Fernsehen. Britten und seine Librettistin Myfanwy Piper nutzten mit schnellen Wechseln und Simultanszenen virtuos die Möglichkeiten der filmischen Dramaturgie....
Impressum
57. Jahrgang, Nr 3
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752287
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 09.02.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Eigentlich ist diese DVD nicht rezensierbar. Denn der für die Bildregie verantwortliche Tiziano Manchini und sein Team haben die Aufführung des Dresdner «Freischütz» nicht in den Griff bekommen. Genauer: Sie sind an ihrem Dunkel gescheitert. Von der Wolfsschlucht sieht man so gut wie gar nichts, auch die anderen Szenen versacken. Zudem war die Kameraaufstellung...
