Verlorene Liebesmüh

Lortzing: Regina Kaiserslautern / Pfalztheater

So schwer wie die Deutschen mit der Revolution hatte es Lortzings im Revolutionsjahr 1848 entstandene «Regina» mit den Deutschen. Zu Lebzeiten des Komponisten wollte niemand die Oper spielen. Später wurde sie, wenn sie denn, selten genug, überhaupt aufgeführt wurde, ideologisch entweder nach rechts (wie im Kaiserreich) oder nach links (wie in der DDR) verbogen. Es sollte 150 Jahre dauern, bis sie erstmals in der Originalgestalt zu sehen war – in Gelsenkirchen, Regie führte Peter Konwitschny. Jetzt hat Hansgünther Heyme das problematische Stück in Kaiserslautern inszeniert.



Anfangs proben die Arbeiter den Aufstand, lassen sich vom Geschäftsführer Richard, einem beflissenen Aufsteiger, aber schnell eines Besseren belehren. Am Ende singt das Volk – Arbeiter, Bauern, Soldaten, umwogt von einem Meer schwarz-rot-goldener Fahnen – die Freiheitshymne «Auf Vaterland, voran!». Das ist ein Ton, wie man ihn in der deutschen Oper nie zuvor und auch danach kaum je vernommen hat. Dazwischen allerdings spielt sich die übliche Dreiecksgeschichte zwischen Sopran, Tenor und Bariton, der Titelheldin Regina, Tochter des Fabrikbesitzers Simon, ihrem Bräutigam Richard und dessen Rivalen, dem ­Vorarbeiter ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Uwe Schweikert