Unterm Regenbogen

Tschaikowsky: Eugen Onegin Mozart: Così fan tutte New York / Metropolitan Opera

Queer Nation» nennt sich die Gruppe US-amerikanischer Aktivisten, die mit ihrem fünfminütigen Protest gegen die homophoben Repressionen der russischen Regierung für mehr Drama an der New Yorker Met gesorgt haben als der eigentliche Saisonauftakt auf der Bühne: Deborah Warners «Eugen Onegin». Unlängst hatte der russische Kulturminister Fördergelder für Kirill Serebrennikows Tschaikowsky-Filmbiografie von der Aussparung des Themas Homosexualität abhängig gemacht.

Dass im «Onegin» nun ausgerechnet der Putin-Freund Valery Gergiev und die Putin-Sympathisantin Anna Netrebko auftraten, gab den letzten Anlass für die regenbogenfarbige Protestaktion.

Von der English National Opera importiert und von Warners langjähriger Weg­begleiterin Fiona Shaw in (zu) wenigen Proben aufgewärmt, sucht die Produktion mit einer überzogenen, ans Groteske grenzenden Bilderflut zu punkten: Ikonen tragende Hohepries­ter begleiten den Bauernchor, Knechte tanzen auf Larins Gutshof mit Damen des Landadels, die Fürstin Gremina spaziert durch Sankt Petersburg, um Onegin zu treffen. Endlose Szenenwechsel, die ins Leere laufen. Auch Valery Gergiev hatte am Premierenabend offenbar nicht seinen besten Tag: verschleppte ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Panorama, Seite 50
von David Shengold