Spiel und Spielverderber

Wagner: Lohengrin Weimar / Nationaltheater

Bücher haben ihre Geschichte. Das jetzt aufwändig restaurierte Exemplar des Partitur-Erstdrucks von Wagners «Lohengrin» hat sogar eine ziemlich abenteuerliche Geschichte. Es stammt aus dem Jahr 1852. Nur zwei Jahre vorher hatte Franz Liszt den «Lohengrin» in Weimar uraufgeführt. Lange gehörte es zum Notenbestand des Badischen Hoftheaters in Karlsruhe, wo Wagners Werke schon früh und intensiv gepflegt wurden. Die besagte «Lohengrin»-Partitur wurde also von so prominenten Vorkämpfern benutzt wie Hermann Levi, Otto Dessoff und Felix Mottl.

Möglicherweise über den Dirigenten Hermann Abendroth kam sie nach Weimar, wo sie bis 2011 im Keller des Abendroth-Schülers und Hochschullehrers Theodor Hlouschek buchstäblich verschimmelte. Dank Stiftungen und privaten Geldern ist sie nun wieder ­benutzbar. Wenn auch kaum zum Dirigieren, so doch zum Studieren. Eine wissenschaftliche und aufführungspraktische Auswertung steht noch aus. Derzeit prunkt das gute Stück im Foyer des Weimarer Nationaltheaters. Und auf der Bühne des Hauses spielt es auch eine Rolle.

Tobias Kratzer spielt nämlich in seiner Neu­inszenierung des «Lohengrin» mit dem Stück und mit dem Ort. Einen kleinen, krausköpfigen Jungen und ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Stephan Mösch