Sehnsuchtsräume

Dvorák: Rusalka Frankfurt / Opernhaus

Dass es auch auf Opernbühnen nicht allzu pluralistisch wird – dafür sorgt der dramaturgische Zeitgeist. Die Theaterleute schielen auf das, was die Konkurrenz macht, und machen’s ähnlich. Auch die exquisit angefressenen Fabrikräume und Hinterhöfe der Viebrock-Schule befinden sich wohl schon längst im Zitatstadium.

Gestern und heute und vielleicht gerade noch morgen triumphiert dagegen der penibel gebaute, in unauffällig zeitloser Eleganz möblierte, scharf ausgeleuchtete oder monochrom pointierte Innenraum: das prononcierte Interieur als Evokation von Fantastik; das zum Zuschauer geöffnete Haus als Offenlegung seelischer Universen; und die dort auftretenden Personen als figürliche Manifestationen dramatischer Energieströme. Etwa so funktionierten die Bilder der Zürcher «Jenufa»-Inszenierung von Dmitri Tcherniakov, des Frankfurter «Pelléas» (Claus Guth) vom letzten und des Mannheimer «Turn of the Screw» von diesem Jahr. So zeigt sich auch die von der Opéra national de Lorraine übernommene Dvorák-Oper «Rusalka», dort 2010 kreiert und jetzt in Frankfurt musikalisch neu erarbeitet; eine Produktion, die dem nüchtern-suggestiven Zeitgeiststil der gegenwärtigen Frankfurter Opernmacher ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Hans-Klaus Jungheinrich