Fremde Orchidee

Purcell: The Fairy Queen Graz / Helmut-List-Halle

Die Wälder um Athen gibt es so, wie Shakespeare sie in «A Midsummer Night’s Dream» beschreibt, längst nicht mehr. Abgeholzt, Brandstiftern und Grundstückspekulanten zum Opfer gefallen.

Weit entfernt von jenem romantischen «Zauber der Natur», den sich etwa die Styriarte in diesem Jahr als Motto aufs Banner schrieb und der eben auch in der Aufführung von Henry Purcells «Sommernachtstraum»-Palimpsest «The Fairy Queen» durch Nikolaus Harnoncourt beschworen werden sollte, wo es zu Anfang heißt «Come, come, let us leave the town, and in some lonely place, where crowds and noise were never known, resolve to spend our days ...»

Stadtflucht anno 1692. Wobei Athen damals mit London gleichzusetzen war. Oder nicht ganz dreihundert Jahre später mit Wien, denn diese Flucht gewinnt hier auch etwas Autobiografisches: Harnoncourt selbst, schon immer ein Bergfex, hat sich ja, wie seine Biografin Monika Mertl erwähnt, in den 1970er-Jahren durch die Ansiedlung in ­einem alten Pfarrhaus im Salzkammergut völlig in einen Landmenschen verwandelt und den «Wiener Sumpf nur noch heimgesucht, wenn er dort zu tun hatte ...»

So darf man im jungen, frischen Tänzerpaar, das als Leitfiguren in Philipp Harnoncourts ...

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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Gerhard Persché