Postmoderner Mythensud

Antheil: The Brothers/Venus in Africa Lübeck / Theater

Einen «Bad Boy of Music» nannte sich George Antheil in seinen 1945 erschienenen Memoiren, und in der Tat mischte er in den 1920er-Jahren als Skandalkomponist die Avantgarde diesseits und jenseits des Atlantiks ganz schön auf. Nach seiner Übersiedlung in die USA verblasste allerdings sein diesbezüglicher Ruhm: Antheil verdiente seinen Lebensunterhalt vornehmlich als Filmkomponist, schrieb daneben einige Opern und andere Kompositionen eher bürgerlichen Zuschnitts und geriet weitgehend in Vergessenheit.



Die beiden Einakter, die Lübeck jetzt präsentierte, gab es zum Beispiel in Deutschland szenisch noch nie zu sehen. Sie sind als Einheit konzipiert, 1954 entstanden und am Theater der University of Denver uraufgeführt worden. Beide beziehen sich auf einen religiös-mythologischen Hintergrund. In «The Brothers» geht es um den aus dem Alten Testament überlieferten Bruderzwist zwischen Kain und Abel – hier Ken und Abe. Der Streit entzündet sich an ihrer Liebe zu derselben Frau, Mary. Sie war einst mit Ken verlobt, doch als er in den Vietnamkrieg einberufen wurde, heiratete sie Abe. Nach Kens Rückkehr eskaliert die ­Situation bis hin zu dem aus der Bibel bekannten Mord. Zur Illustration ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Gerhart Asche