Meistermachwerk

Hamburg | Strauss: Ariadne auf Naxos

In einem Brief an den Philosophen Rudolf Pannwitz beklagte Hugo von Hofmannsthal, in der «Ariadne»-Oper habe Richard Strauss «das Zarte vergröbert, das Geistige überhört, das Geistreiche herabgezogen». Bei seiner Hamburger Inszenierung von «Ariadne auf Naxos» war es nicht das erste Ziel des Regisseurs Christian Stückl, den Primat des Geistreichen wiederherzustellen und schon gar nicht des Geistigen. Im Programmheft lässt er wissen, dass die Verschränkung von opera seria und commedia dell’arte dem heutigen Publikum nichts mehr sage.

Zudem spricht er Hugo von Hofmannsthal jeglichen Humor ab – darüber könnte man diskutieren, wäre nicht Stückls Humor von der Sorte, dass man sich grämt, wenn man lacht.

Stückl lässt die maschere, die singenden und tanzenden Komödianten der commedia dell’arte – als glitzernde, billige Show-Figuren mit Afro-Look-Perücken pop-gestischen Mummenschanz treiben. Najade – Katerina Treyakova singt die Partie mit klirrender Höhe – Dryade (Rebbeca Jo Loeb) und Echo (der Gabriele Rossmanith silbrig feine Töne schenkt) platziert er als Theaterbesucherinnen auf die Bühne, von wo sie vor dem Trauer-Liebesspiel des Finales Bussi-Grüße ins Publikum entsenden. Den ganzen ...

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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Jürgen Kesting