Pflegefall

Frankfurt, Gounod: Faust

In der jüngsten Frankfurter Version könnte Gounods schillernd melodiöses Spiel mit dem Fauststoff getrost «Margarethe» heißen. Denn Nina Stemme wurde schnell zum faszinierend suggestiven Zentrum dieser – nach Boitos «Mefistofele» – jüngsten Opern-Beschäftigung in der Geburtsstadt Goethes mit dessen zentraler Dichtung. Dabei war sie bei Andrew Richards den Avancen eines draufgängerisch schmetternden, jedoch weniger geschmeidig feinzeichnenden Dr. Faust ausgesetzt, während Mark S.

Doss als lustvoll eloquenter Spielmacher Méphistophélès wie der Gast aus einer anderen, märchenhaften Welt durch die Szene geistert und Akteure wie Chor lenkt und aufmischt. Musikalisch ist dieser «Faust» auch in den Nebenrollen erstklassig ausgestattet: vom kraftvoll dominierenden Zelijko Lucic als Valentin, über die prägnant ihre späten Lebensträume einfordernde Elzbieta Ardam als Marthe Schwerdtlein bis hin zur sanften Jenny Carlstedt als sich beharrlich um Marguerite bemühender Siebel. Intendant Bernd Loebe legt wieder einmal Ehre ein – mit dieser Programmentscheidung und mit seinem Ensemble. Was natürlich auch für das Museumsorchester gilt, das seinem dirigierenden Gast Johannes Debus inspiriert in die ...

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Opernwelt April 2005
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Joachim Lange

Vergriffen