Gott ist tot, der Teufel auch

Boito: Mefistofele Mainz / Staatstheater

Auf den Schauspielbühnen ist es eine klare Sache: Goethes «Faust» gehört mit schöner Regelmäßigkeit zu den meistgespielten Werken. Mit den «Faust»-Opernfassungen sieht das anders aus, besonders Arrigo Boitos «Mefistofele» von 1875 ist mit dem Stempel des Interessanten, aber auch Schwierigen behaftet. Der Schriftsteller und Komponist war in diesem Werk eben sehr ehrgeizig, verwendete Szenen aller «Faust»-Versionen, reformierte dabei auch noch die Kunst des Libretto-Schreibens – und komponierte auf schwankender Stilhöhe.



Zum Verdi- und Wagner-Jahr hat sich das Mainzer Staatstheater dieser Oper angenommen, die so viele Aspekte dieser beiden Komponisten zu vereinen scheint und trotzdem einen eigenen Ton findet. Und nicht nur die musikalische Umsetzung legitimierte das Vorhaben «Mefistofele», auch in der Inszenierung ist zum Saisonauftakt eine schlüssige Deutung des sperrigen Werks gelungen.

Regisseur Lorenzo Fioroni entwirft nicht weniger als ein Welttheater und stellt dafür gewagte Behauptungen auf: Während Boitos Oper das «Vorspiel auf dem Theater» aus Goethes «Faust» nicht kennt, erfindet er es hinzu. Schon der Prolog im Himmel spielt auf einer zeltartigen Bühne samt Projektor ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Claus Ambrosius