Frohsinn zum Abgewöhnen

Strauß: Die Fledermaus New York / Metropolitan Opera

Ein Broadway-Klischee jagte das nächste, kaum ein Witz, der dem Publikum einen matten Lacher entlockt hätte: Die Neuproduktion der «Fledermaus» von Jeremy Sams (Regie) und Douglas Carter Beane (Neufassung des Librettos) an der New Yorker Met besaß, man kann es nicht anders sagen, den Charme eines misslungenen Soufflés. Obendrein servierte sie, (kultur-)historisch, alle möglichen Ungenauigkeiten. So gilt die Einladung, die den Bühnenvorhang ziert, lapidar für den «31. Dezember 1899» statt für «den letzten Abend des 19.

Jahrhunderts», wie auf der Bühne immer wieder zu vernehmen war. In der Ballszene bietet Rosalinde, als ungarische Gräfin maskiert, den Österreichern ihren Csardas aus «Zorn über euren Einmarsch» dar. Gabriel von Eisenstein wird – auch das zur Amtszeit des antisemitischen Politikers und Wiener Bürgermeisters Karl Lueger äußerst unwahrscheinlich – als jüdischer Parvenu porträtiert (offenbar vor allem, um beim Publikum mit jiddischen Ausdrücken zu punkten, die freilich schon vor Jahrzehnten von amerikanischen Komikern ausgeschlachtet wurden).

Von dem vorab angekündigten «düsteren Einschlag» der Inszenierung war nichts zu sehen und nichts zu hören. Stattdessen setzen Sams ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 43
von David Shengold