Direktvergleich

Brüssel, Händel: Giulio Caesare in Egitto

Auf intelligente Weise münzt Brüssels Oper derzeit den im Stagione-Prinzip unumgänglichen Zwang zu Doppelbesetzungen in künstlerischen Mehrwert um.

Nachdem bereits die letzte Produktion, Massenets «Wer­ther», Gelegenheit zum Direktvergleich zwischen der üblichen Tenorfassung und der später vom Komponis­ten erstellten Baritonversion gab, wartet La Monnaie auch bei der aufgefrischten Ursel- und Karl-Ernst-Herrmann-Produktion von Händels «Giulio Cesare» mit einem Coup auf: Bis heute ist die Frage strittig, ob die Titelrolle in Händels beliebtester Oper besser bei einem Countertenor oder einer Altistin aufgehoben ist.
Denn in der Partie des verliebten Imperators bündeln sich die Probleme, die die Bewältigung von Kastratenrollen heutigen Sängern und Sängerinnen stellen: Schon Cesares kurze Eröffnungsarie «Presti ormai», in der der Primo Uomo sein vokales Terrain markiert, ist ein Lackmustest auf bruchlose Registerverblendung und klangvolle, kernige Koloraturen in allen Lagen. In Brüssel haben sowohl Lawrence Zazzo wie Marijana Mijanovic mit diesem Kaltstart ihre Probleme: Mijanovic absolviert das Stück zwar mit geradezu aggressiv gestanzten Läufen, bleibt aber durchgängig in einem ...

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Opernwelt März 2008
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Jörg Königsdorf

Vergriffen