Das gibt's doch gar nicht

Stäbler: Erlöst Albert E. Ulm / Theater

Der Komponist Gerhard Stäbler (Jahrgang 1949) gehört zu den Künstlern, die auf Messers Schneide operieren. Die gleichermaßen der angeblich reinen Autonomie des Ästhetischen (zumal der ­Systemgläubigkeit der Darmstädter Serialismus-Schule, die so monolithisch-dominant freilich gar nicht war) wie der Traditionsgattung Oper misstrauen, aber auch dem postmodernen «anything goes», erst recht marktgängiger Popularmusik. Doch Trivialsphäre und Alltags-Elemente verschmäht er keineswegs: Gerhard Stäbler hält es «zwischen den Stühlen» gut aus.

Und gerade weil seine Position gar nicht so einfach zu definieren ist, behält sie ihre Eigenständigkeit. Strenge Konstruktion und Realitäts-Partikel schließen sich bei ihm nicht gegenseitig aus, bildsprachlich-szenische Aspekte spielen in seinen Werken keine geringe Rolle; auch für ihn behält das Theater Anziehungskraft.

Hohen Worten wie Werten ist Stäbler dabei nicht zugetan: Nennt er ein Bühnenwerk «Letzte Dinge», geht es gewiss nicht ums Erhabene, sondern (nach Paul Auster) um die Reise durchs chaotische Labyrinth von «Gotham City» alias New York – allerdings in den Innereien des Würzburger Theaters (2007), mit ratlos-herdenhaft umherirrendem ...

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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Gerhard R. Koch