Asbest und Rüschen

Ligeti: Le Grand Macabre Chemnitz / Theater

Walter Felsenstein hatte in den frühen 60ern vor der schon damals grassierenden Mode gewarnt, Bildende Künstler als Bühnenbildner zu engagieren. Ein Gemälde oder eine Skulptur bespielen zu müssen, behindere wirkungsvolles Theater. Natürlich gibt es grandiose Gegenbeispiele. In Chemnitz aber scheiterte Georg Baselitz daran, aus Breughelland Baselitzland zu machen.

Die Direktorin der örtlichen Kunsthalle hatte den Tipp gegeben, der sächsische Malerfürst könne sich vorstellen, Ligetis «Le Grand Macabre» auszustatten.

Intendant Christoph Dittrich ließ sich das nicht zweimal sagen. Allzu oft hat sich der viel Beschäftigte dann aber nicht in der Oper blicken lassen. Er lieferte Skizzen und überließ ihre praktische Umsetzung der technischen Leitung. Von irgendeinem inspirierenden Funkenflug zwischen Werk, Bühne und Regie war nichts zu spüren. Im Gegenteil. Das erste der vier stilistisch ­uneinheitlichen Bilder – optisch das einzige wirkungsvolle – machte es Walter Sutcliffe schwer, Handlung und Personen zu exponieren. Man sah eine schwarze Wand, in die vier nierenförmige Höhlen eingelassen waren. Für Piets Liebeserklärung an die unvollkommene Welt, Amando und Amandas eskapistischen ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Boris Kehrmann