Opernwelt 2/2010: Aufführungen im Focus

Die Aufführungen im Focus der Redaktion: Von Zürich bis New York.

Es war wieder mal ein Versuch. Dekonstruktion nennen es die einen. Liebevolle Umarmung  könnte man ebenso dazu sagen. Oder auch: Einbettung in größere Zusammenhänge. Oder war es doch nur Routine, business as usual? Christoph Marthaler hat Offenbachs «Grande-Duchesse de Gérolstein» inszeniert oder genauer: Teile davon. Und den Abend durch Musik anderer Komponisten ergänzt. Was dabei herauskam, steht in unserem Focus-Teil.

Szenisch konventioneller ging es bei der anderen wichtigen Schweizer Premiere des Monats zu: «Die Frau ohne Schatten» war vor allem ein musikalisches Ereignis: glänzend besetzt und von Franz Welser-Möst ebenso dirigiert – sein Abschied von Zürich. In Wien, wo die Zeit gern stillsteht, sorgt schon eine eigentlich zurückhaltende «Macbeth»-Inszenierung von Vera Nemirova für Skandal; Altmeister Harnoncourt feierte seinen 80. Geburtstag mit Haydn. Und auch das war ein Versuch: An der Met in New York wurde die alte Zeffirelli-«Carmen» durch eine Neuproduktion mit Elina Garanca ersetzt. Auch die Scala setzte auf Bizets ewig junge Verführerin und entdeckte dabei eine neue Stimme. Daniel Barenboim trug sie auf Händen. Sein ehemaliger Assistent Dan Ettinger gab derweil, ...

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Opernwelt Februar 2010
Rubrik: Opernwelt, Seite 5
von

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