Oper für Eilige
Alle Bühnenwerke Wagners – da befürchtet man ein «wuchtiges Werk». Allein für die Kürze gebührt dem im Epizentrum Wahnfried arbeitenden Sven Friedrich ein Preis: Sein kleiner Führer ist ein in alle Taschen passendes Pausen-Büchlein geworden – und dennoch präsentiert es «Wagner komplett» auf neuestem Stand. Die Biografie zwischen «Heldenleben und Kolportage», die Ästhetik und der Komplex «Bayreuth» sind jeweils auf wenigen Seiten so überlegt, verdichtet und präzise umrissen, dass man den souveränen Überblick bewundern muss. Alle wichtigen Fakten finden sich.
Werk und Entstehungsgeschichte sind jeweils überzeugend verflochten. Einordnung und Urteile erfolgen auf der Höhe herausragender Wagner-Forscher wie Udo Bermbach, Jens Malte Fischer und Saul Friedländer. All dies in einer Sprache, die Brücken baut zum Verständnis des vermeintlich schwer Zugänglichen. Prädikat: Höchst empfeh-
lenswert!
In Zeiten verfallender musischer Bildung ist die neue Reihe «Opernführer kompakt» gleichfalls zu begrüßen. Auf jeweils rund 130 Textseiten und jeweils vier Hochglanz-Foto-Seiten werden bislang vier «Repertoire-Klassiker» vorgestellt. Nach einleitenden Kapiteln über Komponisten-Leben und ...
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Opernwelt August 2012
Rubrik: Medien, CDs und DVDs, Bücher, Seite 29
von Wolf-Dieter Peter
God save our gracious Queen. Aus dem Schaufenster eines Souvenirladens an der Piazza von Covent Garden sehen wir im Vorbeigehen die Königin winken, ein putziges Figürchen, angetrieben über eine Solarzelle; das Winken scheint daher endlos, vielleicht noch mal eine diamantene Spanne lang. Im Royal Opera House blicken wir dann auf die andere Langzeitdienerin am...
Telemanns deutsches Singspiel «Sieg der Schönheit» wurde 1722 für die Hamburger Oper am Gänsemarkt geschrieben und gehört zu den acht überlieferten Partituren seiner mehr als 40 nachgewiesenen Opern. Hintergrund des grotesk-komischen Liebesverwirrspiels ist die Eroberung Roms durch die Vandalen im Jahr 455. Fast alle männlichen Römer werden getötet, und der Vandale...
In der 41. Minute passiert es dann doch. Das vorher ziemlich brave Ulmer Publikum revoltiert kurz, aber herzhaft. «Des isch kei Kunscht», brüllt eine enervierte Dame, die gleich darauf mit ihrem Begleiter polternd den Saal verlässt. Weitere Zwischenrufe folgen, es gibt größere Abwanderungsbewegungen. Schon erstaunlich, wie John Cage, dessen hundertsten Geburtstag...
