Apropos... Dresden

Die Liste der Opernhäuser, die auf OMER MEIR WELLBER vertrauen, ist lang und prominent. Die Semperoper ist für den 34-jährigen Israeli mittlerweile zu einer Art Stammhaus geworden. Im Herbst dirigiert Wellber dort eine neue «Salome» – und lässt sich wenig von der übermächtigen Strauss-Tradition der Staatskapelle schrecken.

Stört es Sie, dass viele Politisches zu Israel von Ihnen hören wollen?
Das war anfangs so und für mich sehr schwer. Ich mag vieles an diesem wunderbaren Land, aber ich habe auch mit vielen Dingen Probleme. Ich fühle mich als Teil der Opposition. Aber so kann man eigentlich nur in Israel selbst auftreten, nicht außerhalb. Also spreche ich lieber über soziale Projekte wie «Save a child’s heart», das sich um herzkranke Kinder kümmert und dessen Botschafter ich bin.

Vor allem aber über «Sarab», eine Initiative, die jungen Beduinen, eine der ärmsten Gruppen Israels, mit musikalischer Ausbildung Perspektiven bieten will. Ich habe das mitgegründet.

Daniel Barenboim, dessen Assistent Sie waren, macht überall Opposition gegen Israel. Ist das sein Privileg als Elder Statesman der Dirigenten?
Das ist bei ihm eine andere Geschichte. Er ist zwar israelischer Staatsbürger, aber seine Familie lebt nicht dort. Meine schon. Eine nicht unwichtige Kleinigkeit.

Haben junge Dirigenten ein Problem, weil Traditionsorchester blocken?
Das habe ich nie erlebt. Vielleicht hatte ich Glück. Und, da muss ich auch meinem Agenten danken: Ich konnte immer die für mich richtigen Stücke machen. In Dresden habe ich mit ...

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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 103
von Markus Thiel