Ohne Donner geht's nicht
Man trägt Fell auf dem roten Teppich der Internationalen Maifestspiele. Oscar, der Hund des Intendanten, ist den Besuchern des Hessischen Staatstheaters aus der Lokalpresse bestens bekannt. Uwe Eric Laufenberg eröffnet die Festspiele mit dem Versprechen, «bestmögliche Qualität» zu bieten. Das Bestmögliche an diesem Abend ist eine eingekaufte Produktion: Brittens «The Turn of the Screw» vom Theater an der Wien, in der Regie von Robert Carsen (siehe OW 11/2011). Eine runde Sache mit kleinem Orchester, starken Solisten, ohne Chor.
Trotzdem trifft der Auftakt nicht ganz den örtlichen Geschmack. Unter dem Strich schlägt das Programm allerdings ein: Das Staatstheater verzeichnet am Ende des ersten Laufenberg-Jahres in puncto Festspiele ein Rekordergebnis.
Dabei hatte der Neue die Wiesbadener vor seinem Antritt gründlich irritiert: Laufenberg «reformierte» den gewohnten Repertoire-Spielplan, indem er kompakte Aufführungsserien ansetzte; außerdem setzte er fast das ganze Ensemble an die Luft. Ein Affront gegen das (Stamm-)Publikum, das wie an kaum einem anderen Ort an «seinen» Solisten hängt. Die Entwicklung der Haussänger, ihr Hineinwachsen in neue Partien mitzuerleben, über Jahre hinweg, ...
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Opernwelt August 2015
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Claus Ambrosius
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