Odysseus in Japan

Regensburg: Mayr: Il ritorno d’Ulisse

Simon Mayrs azione eroica per musica mit dem Titel «Il ritorno d’Ulisse» wurde 1808 im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt und erlebte jetzt in Regensburg ihre deutsche Erstaufführung. Es war die zweite Aufführung des Werks überhaupt. Seria-Opern mit mythologischen Stoffen folgen vom 18. bis in die frühen Jahre des 19. Jahrhunderts überwiegend den dramaturgischen Regeln Metastasios.

Der bei Ingolstadt geborene Simon Mayr, der in Italien zu Ruhm kam, und sein Librettist Luigi Previdali halten sich an diese Regeln: Präsentation der handelnden Figuren, Schürzung des Konflikts bis zur Peripetie, Lösung des Konflikts zum lieto fine durch einen Deus ex Machina. Das Libretto ist komplett erhalten. Aber es dauerte lange, bis Mayrs Musik durch Quellenrecherchen in diversen europäischen Archiven komplettiert werden konnte. Erschienen ist das Werk bei Ricordi.

Einige unauffindbare Teile mussten nachkomponiert werden, wobei Arne Willimczik, Kapellmeister in Regensburg, eine frappante stilistische Mimikry offenbarte. Mayr hält Secco- und Accompagnato-Rezitative knapp, hingegen lässt er Arie auf Arie in melodischer Vielfalt erblühen. Diese Arien sind zweiteilig und weisen bereits auf den ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2010
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Gerhard Heldt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wohin mit dem Kaiser?

Erst steht er in Socken da, der Ex-Soldat. Später, wenn die Fronleichnamsprozession durch Brügge zieht und plötzlich zu einer Art Totentanz mutiert, gibt er den Zeremonienmeister im Frack. Doch am Ende geht er, geläutert und aufgeräumt, ganz normal von der Bühne. Das Schicksal von Paul könnte der Romantik entstammen: der Träumer, der seine tote Frau herbeiwünscht...

Am kalten Ehe-Ofen

«Ich weiß, dass ein Komponist manchmal in der Nähe des Feuers sein muss. Foerster, Novák – man sieht, dass sie an kalten Öfen sitzen.» Dies gesteht Janácek am 26. Januar 1928, ein halbes Jahr vor seinem Tod, mit brutaler Offenheit seiner Frau Zdenka. Denn der damals 74-Jährige saß, wie er seinen Kollegen Josef Bohuslav Foerster und Vítezslav Novák unterstellt,...

Paradise Lost

Es beginnt ruhig. Bassflöte, Bassklarinette und Fagott spinnen eine leise, dunkel getönte Melodie: e – e – d – e – a. Wie ein Engramm eröffnet sie Aribert Reimanns neue Oper. Was da klingt, ist der Name der Titelheldin: Medea (wobei das M als mi=e gilt). Ein fallender Ganzton und eine aufsteigende Quart prägen die Bewegung. Später kommt eine fallende Terz dazu....