O'zapft is!
Das Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz hat sich mit Ausgrabungen einen Namen gemacht. Jetzt setzt Intendant Moritz Gogg noch eine Operetten-Uraufführung obendrauf. Daniel Behle und das erzgebirgische Theater treten feuchtfröhlich gegen das verbreitete Klischee an, die Operette sei tot, weil nichts Neues mehr komme.
Behle ist ein erstklassiger Tenor und beweist mit seiner ersten Operette «Hopfen und Malz» auch als Komponist sein Talent. Dabei kommt zur (Über-)Fülle von Einfällen vor allem ein gutes Handwerk.
GMD Jens Georg Bachmann lässt sich mit seinem Orchester hörbar begeistert darauf ein. Behle kann zitieren, verfremden und erfinden.
Dabei verleugnet er seine Liebe zur Opulenz eines Richard Strauss nicht, liefert Walzertakt und Humtata-Rhythmen in flottem Wechsel. Bei Behles wild-verwegener Jagd nach dem nächsten Kalauer wird lieber eine (musikalische oder gesprochene) Pointe mehr als eine zu wenig «abgefeuert». Dabei ist das Libretto, das er zusammen mit dem Schweizer Literaten Alain Claude Sulzer erstellt hat, gar nicht so einfach gestrickt; in dem personenreichen Tableau kann man schon mal den Faden verlieren.
Auf dem Mittelding zwischen Düne und Deich hat ...
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Opernwelt März 2023
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Joachim Lange
Diese Oper war sein Schmerzenskind. Düster war dieses Kind, «weil es düster sein muss» (so der Schöpfer am 2. Februar 1881 an den Lebensfreund Opprandino Arrivabene), durchtränkt von einer zutiefst pessimistischen Menschensicht und versehen mit einem aus drei Tintenfässern stammenden Libretto, das Eduard Hanslick anlässlich der Wiener Erstaufführung ein Jahr nach...
Am schlimmsten trieb es – nein, kein Kritiker. Ein Komponist war’s, wiewohl: ein tief gekränkter. Wer Hugo Wolfs Rezensionen liest, reibt sich verwundert die Augen, derart deftig, geradezu niederträchtig wühlt der Wolf im Schafspelz im Räderwerk der Worte, um den «inkriminierten» Gegenstand in den Orkus zu schicken – und dessen Schöpfer am besten gleich mit. Ein...
«Lasciate ogni speranza» empfahl schon Dante, vom «River of no return» sang die Monroe. Und auch Günther Groissböck reitet über weite Strecken dieses Albums das fahle Ross des Todes. Das von Mahler vertonte Wunderhorn-Lied «Nicht wiedersehen!» dient ihm dabei als Motto; auf dem Cover blickt der Bass stirnrunzelnd am Betrachter vorbei, als wäre er selbst der Fleisch...
