Nonsens nonstop
Furien sind grausam und launisch. Die der Ausmerzung scheint zudem vergesslich. Manch fälligen Richtspruch versäumt sie aus Schlamperei, manch anderes aus Schussligkeit. Ach ja, da gab es doch dieses kleine Meisterwerk «La Dame blanche» des liebenswürdigen François-Adrien Boieldieu, ein funkelndes Juwel der Opéra Comique? Auch in deutschen Landen bekannt und beliebt bis mindestens zur vorigen Jahrhundertmitte. Aber die Furie brachte es weder fertig, das Stück aus der Erinnerung der Opernfreunde völlig zu vertreiben noch ihm auf unseren Spielplänen wieder zur Geltung zu verhelfen.
Listig an dieser unerforschlich bösartigen Instanz vorbei brachte das mutige Gießener Stadttheater es jetzt aber doch auf die Bühne – unter dem deutschen Titel »Die weiße Dame».
Die deutsche Neuübersetzung von Regisseur Dominik Wilgenbus war, man konnt’s erahnen, lustig und animierend. Ohne Übertitelung ging leider das meiste verloren. Nicht misszuverstehen war indes die voll aufgedrehte Komik der Inszenierung, die Wilgenbus sowohl den Einzelfiguren als auch dem mal virtuos, immer liebevoll geführten Chor einimpfte. Das wippte, tänzelte und schunkelte, oft mit choreografischer oder gar marionettenhafter ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Hans-Klaus Jungheinrich
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Die Zukunft des Musiktheaters will das frisch gegründete «Opera Forward Festival» (OFF) der Nationale Opera Amsterdam erkunden. U. a. steht die Uraufführung von Michel van der Aas «Blank Out» auf dem Programm. Und Peter Sellars kombiniert zwei neue Kurzopern von Kaija Saariaho.
Pour l’humanité
... lautet das Motto des Opernfestivals in Lyon. Daniele...
Glöckchentöne einer Celesta. Gläserne Klangschlieren. Aus höchsten Fernen, raffiniert gemischt. Im ersten Moment ist kaum auszumachen, dass hier Piccoloflöten schwirren und Violinen flirren. So geht es los. Bald setzt die Stimme ein, behutsam, tastend, auf ruhigem Atem. «Let me tell you how it was», singt Barbara Hannigan, jeden Laut wägend, als suche ihr lyrisches...
