Nonsens nonstop
Furien sind grausam und launisch. Die der Ausmerzung scheint zudem vergesslich. Manch fälligen Richtspruch versäumt sie aus Schlamperei, manch anderes aus Schussligkeit. Ach ja, da gab es doch dieses kleine Meisterwerk «La Dame blanche» des liebenswürdigen François-Adrien Boieldieu, ein funkelndes Juwel der Opéra Comique? Auch in deutschen Landen bekannt und beliebt bis mindestens zur vorigen Jahrhundertmitte. Aber die Furie brachte es weder fertig, das Stück aus der Erinnerung der Opernfreunde völlig zu vertreiben noch ihm auf unseren Spielplänen wieder zur Geltung zu verhelfen.
Listig an dieser unerforschlich bösartigen Instanz vorbei brachte das mutige Gießener Stadttheater es jetzt aber doch auf die Bühne – unter dem deutschen Titel »Die weiße Dame».
Die deutsche Neuübersetzung von Regisseur Dominik Wilgenbus war, man konnt’s erahnen, lustig und animierend. Ohne Übertitelung ging leider das meiste verloren. Nicht misszuverstehen war indes die voll aufgedrehte Komik der Inszenierung, die Wilgenbus sowohl den Einzelfiguren als auch dem mal virtuos, immer liebevoll geführten Chor einimpfte. Das wippte, tänzelte und schunkelte, oft mit choreografischer oder gar marionettenhafter ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Hans-Klaus Jungheinrich
Bereits Ende November wurde in Aachen bekannt, dass GMD Kazem Abdullah seinen 2017 nach fünf Jahren auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Diese Nachricht kommt überraschend und ohne Angabe von Gründen. Abdullah hat mit der Nachfolge des umtriebigen Marcus Bosch 2012 kein leichtes Erbe angetreten und konnte, vielleicht aufgrund seiner eher scheuen Art, die...
Eigentlich ist diese Partitur eine komponierte Frechheit. Wenn Isabella, die weibliche Hauptfigur, sich aufregt («Allegro molto feroce»), dann soll sie innerhalb kürzester Zeit mehr als zwanzigmal das hohe a singen, dazu noch das hohe b und das hohe h – ohne dass die Stimme sich dazwischen entspannen könnte, ohne melodisch zwingende Phrasen. Nicht einmal ein...
Herr Nikitin, vor knapp vier Jahren, nach Ihrer überstürzten Abreise aus Bayreuth, hatten Sie geschworen, nie wieder ein Interview zu geben ...
Ich war damals sehr wütend. Und diese Geschichte treibt mich immer noch um. Manchmal geht sie mir durch den Kopf, und der ganze Ärger steigt wieder auf. Die Art und Weise, wie ich da wegen eines längst «übermalten» Tattoos...
