Neuer Wind in Windy City

Seit 2021 ist Enrique Mazzola Music Director der Lyric Opera of Chicago, dem zweitgrößten Opernhaus der USA. Sein Ziel ist es, alle gesellschaftlichen Gruppen zu begeistern. Ein Anfang ist gemacht. Eine Reportage

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Die nordamerikanische Metropole am südlichen Zipfel des Lake Michigan empfängt uns mit einem schwindelerregenden Temperatursturz: Eben noch zeigte die Wetter-App über 20 Grad an, doch innerhalb weniger Stunden fällt das Thermometer auf den Nullpunkt. Im «Blue Line»-Zug vom Flughafen nach Downtown scheint niemand überrascht, die «windy city» ist vertraut mit extremen Wetterkapriolen.

Die drittgrößte Stadt der USA ist berühmt für ihre atemberaubende Architektur-Moderne, Frank Lloyd Wright und Louis Sullivan prägten die Skyline, und Mies van der Rohe entwickelte seit seiner Immigration 1937 mit dem «New Bauhaus» hier seine bahnbrechenden Ideen weiter. Die Lyric Opera of Chicago residiert in einem 45-stöckigen Hochhaus von 1929, der imposante Art-déco-Saal fasst nicht weniger als 3500 Plätze. 

Im Foyer überrascht vor der Vorstellung von «Don Carlos» ein äußerst diverses Publikum. Es mischen sich Jung und Alt, urban und ländlich, schrill gekleidete Fashion Victims treffen auf knorrige Siedler-Typen, festliche Pailletten-Outfits begegnen lässigen Hoodies. Der Hang zu exzessiver Klimatisierung trotzt selbst den strengen Außentemperaturen, dennoch ist man gut beraten, den Mantel oder ...

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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Reportage, Seite 62
von Regine Müller

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