Neue Stimmen

Recitals mit Mari Eriksmoen, Benjamin Appl, Maximilian Schmitt und Marina Prudenskaya

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Zu den beglückendsten Erfahrungen in die Jahre gekommener Musikliebhaber gehört die Begegnung mit jungen Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Kinder oder Enkel sein könnten. Die Norwegerin Mari Eriksmoen hat sich mit ihren Mozart-Auftritten im Theater an der Wien und beim Festival in Aix-en-Provence bereits einen Namen gemacht; in René Jacobs’ Einspielung der «Entführung» (siehe OW 12/2015) singt sie eine muntere Blonde.

Jetzt legt sie, gemeinsam mit dem Pianisten Alphonse Cemin, ihre erste Solo-CD vor, die mit 47 Minuten Spieldauer zwar kurz bemessen ist, aber interpretatorisch überzeugt. Ihr technisch perfekt geführter, kristallklarer Sopran verfügt über individuelle Stimmfarben und ein tragendes Legato. So schnippisch verschmitzt – und dazu in exzellentem Deutsch! – hat man die selbstbewussten Liebeslieder aus Hugo Wolfs «Italienischem Liederbuch», so abgründig ironisch die preziöse Anakreontik der beiden Goethe-Lieder «Die Spröde» und «Die Bekehrte» kaum je gehört. Und geradezu emphatisch begrüßt Eriksmoen den Frühling in Wolfs Vertonung von Mörikes Gedicht «Er ist’s». Auch in den Naturimpressionen ­ihrer Landsleute Edvard Grieg und der hierzulande kaum bekannten Agathe ...

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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Uwe Schweikert

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