Neue Impulse im alten Plüschkasten
Das Cello-Solo im ersten Akt dirigiert er aus. Und auch sonst ist Lawrence Renes ziemlich pingelig bei dieser Walküre. Einfach die Musik laufen lassen – das fällt ihm vorerst noch schwer. Das dürfte vor allem zwei Gründe haben: Erstens ist das Stück noch relativ frisch für den neuen Musikchef der Stockholmer Oper. Und zweitens braucht das Orchester genaue Vorgaben. Vor allem braucht es einen permanenten Input an Energie. Und den gibt Renes in jeder Phrase. Er ist ohne Frage der Motor, formt, lenkt, leitet, verausgabt sich. Sein Wagner-Verständnis kommt klar vom Rhythmus her.
Kleine Ritardandi und Accelerandi, die gern der Tradition zugerechnet werden, sind seine Sache nicht. Um Strukturen geht es, um Klangflächen, Tempoproportionen und ineinander verkeilte metrische Modelle. Fast wie bei Pierre Boulez. Und Renes kommt ja auch von der Musik des 20. Jahrhunderts. Die dynamische Balance wird er noch genauer austarieren lernen – keine leichte Aufgabe in der ungleichmäßigen Akustik des alten Plüschkastens.Acht Jahre hatte die Königliche Oper in Stockholm keinen Chefdirigenten. Das hat Intendantin Birgitta Svendén nun geändert. Auch sonst versucht sie, dem lange vor sich hindümpelnden ...
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Opernwelt März 2013
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Stephan Mösch
Manchmal ist die Dramaturgie eines Opernwelt-Heftes eine klare, vorab konzipierte Sache. Die Redaktion legt thematische Leitlinien fest, denkt über Inhalte und Textformen nach und sucht dann die entsprechenden Autoren. Manchmal ergibt sich eine solche Dramaturgie aber auch zufällig. Und sie muss deshalb keineswegs schlechter sein. So geschehen bei diesem Heft: Zwei...
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