Nadelstiche stärken
Sie haben in München an Zimmermanns «Soldaten» oder Strauss’ «Frau ohne Schatten» mitgearbeitet, dazu in eigenen Vorstellungen Mozart, Donizetti, Verdi und Johann Strauß dirigiert – gibt es noch weiße Flecken in Ihrem Stil-Repertoire?
In der ersten Saison war ich ausschließlich als Assistentin Kirill Petrenkos aktiv, dann hat sich der Tätigkeitsbereich erweitert. Ich bin sehr froh darüber, dass ich dieses breite Repertoire dirigieren kann.
Und ich finde es reizvoll und lehrreich, die verschiedenen Stile zu vergleichen und zu erkennen, wie eine Schule die andere beeinflusst hat. Erst einmal bin ich hier also gut versorgt (lacht).
Wie schwer fiel Ihnen der Entschluss, es in einer Männerdomäne zu versuchen?
Es wird immer leichter für uns Frauen am Pult. Die Gesellschaft wird offener und damit auch die Musikszene. Man traut Frauen mehr zu. Das Problem ist: Vielleicht gibt es noch zu wenige Dirigentinnen, die erfolgreich beweisen konnten, dass es funktioniert. Der Beruf verlangt sehr vieles, vor allem einen starken Charakter – nicht nur Talent und Fleiß. Und von Frauen fordert er, sich nicht zu schnell deprimieren zu lassen, wenn wir Nadelstichen und Andeutungen ausgesetzt sind: «Ist das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2016
Rubrik: Magazin, Seite 81
von Markus Thiel
Impressum
57. Jahrgang, Nr 3
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752287
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 09.02.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Eine Frage der Ehre ist es. Und der Wortwahl. «Integration» klingt schließlich allemal schöner als das böse F-Wort, das keiner in den Mund nehmen will. Fusion? Gerade weil man die Festwochen der Alten Musik nicht «verschlucken» will, sind alle Innsbrucker Verantwortlichen um den schönen Schein bemüht. Als «Tochtergesellschaft» des Tiroler Landestheaters wird das...
Die Bühne bleibt schwarz, während die Polonaise zum dritten Akt erklingt. Barrie Kosky zeigt uns keinen Ball beim Fürsten Gremin. Das Schweigen der Bilder könnte ein Gleichnis sein für das Trauma, unter dem Jewgeni Onegin leidet, seit er seinen Freund Lenski im Duell getötet hat. Das Schweigen der Bilder könnte aber auch hier, an der Komischen Oper Berlin, Ausdruck...
