Nachtseiten

Oldenburg, Kagel: Aus Deutschland

Opernwelt - Logo

Die Romantik lässt uns nicht los. Aufklärung und Vernunft werden zu niedrigeren Kursen notiert. Die kommenden Salzburger Festspiele wollen deshalb vor allem die Nachtseiten der Vernunft erforschen. Das Liedschaffen der Komponisten jener Zeit bildet gleichsam den Brennpunkt der Romantik: Schuberts «Winterreise» als zentrales Werk romantischer Empfindungen, Leiden, Hoffnungen, Sehnsüchte, Todesahnungen. Von Liszt stammt das Wort von den «Miniatur-Opern» in Schuberts Liedern.

Viele Regisseure, Herbert Wernicke oder Christoph Marthaler an der Spitze, haben für Schuberts Lieder-Zyklen szenische Gestaltungen erfunden. Hans Zender schrieb zur «Winterreise» eine «Komponierte Interpretation» für kleines Orchester. Günter Bialas komponierte auf Gedichte und Texte Heinrich Heines sein Lieder-Spiel «Aus der Matratzengruft». Das alles nur als eine kleine Beispielsammlung.
Zuvor allerdings hatte Mauricio Kagel schon die deutsche Romantik für sich entdeckt, genauer: das romantische Lied und hier besonders die Texte. Er schrieb seine Lieder-Oper «Aus Deutschland». Dabei drang er tief in die Seelenfalten der deutschen Romantik ein. Fragmente von Musik und Dichtung funktionieren als Versatzstücke. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2007
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Gerhard Rohde

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ein Touch Robert Wilson

Abgesprochen hatten sich die Opernhäuser zwischen Hannover, Frankfurt, Erfurt, Amsterdam und Kiel nicht, innerhalb weniger Wochen Wagners «Tannhäuser» auf die Bühne zu bringen. Doch es gibt einen Anlass, der beflügelnd gewirkt haben könnte. Der achthundertste Geburtstag der Heiligen Elisabeth, die im Jahre 1211 an den thüringischen Hof kam, dort mit Landgraf Ludwig...

Lehrstück über das Künstlertum

Der «Tannhäuser» als «Problemfall» des Regietheaters? Im vorletzten Heft (OW 3/2007) war davon ausführlich die Rede. Dass es auch anders geht, zeigte jetzt die gelungene Inszenierung des Werks von Uwe Schwarz in Kiel. Dabei hat der Regisseur eigentlich nichts weiter getan, als das Stück ernst zu nehmen, seine Spannungslinien zu verdeutlichen, seine Kontraste zu...

Engführung

In den fünfziger Jahren war sie eines der am häufigsten gespielten Werke der Moderne, Paul Hindemiths Künstleroper «Mathis der Maler». Von den Nazis wurde sie verboten. Wohl wegen der Szene, in der Vertreter der katholischen Kirche protestantische Bücher verbrennen lassen. Die Parallelen zu den realen Geschehnissen waren zu offensichtlich. 1934 sollte die Oper von...