Musizierendes Theater

Halle: Berg: Lulu

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Der Höhepunkt kam zum Schluss. So transparent, wie die Staatskapelle Halle unter Karl-Heinz Steffens die Variationen aus Alban Bergs «Lulu-Suite» musizierte, fiel einem unwillkürlich Anton Weberns Diktum ein, in 50 Jahren würde jeder Postbote die Musik der Schönberg-Schule pfeifen. Zumindest konnte jeder musikalische Hörer die Metamorphosen des Wedekind’schen Lautenliedes «Konfession» durch alle Stimmen und Klangfarben verfolgen, bevor Steffens das Adagio mit Mahler’schem Weltschmerz auflud.



Die Oper Halle hatte sich in der hiesigen Erstaufführung der «Lulu» klugerweise auf die zweiaktige Fragmentfassung beschränkt. Die ist durchaus abendfüllend und hat den Vorteil, weder Interpreten noch Publikum über Gebühr zu ermüden. So folgt man gespannt bis zum Ende, das eben nicht in Lulus Tod bestehen muss. Die kleine, 60-köpfige Besetzung im tiefer als sonst herabgefahrenen Orchestergraben erlaubte den überwiegend deutschsprachigen Solisten  einen entspannten Parlando-Ton von ungewöhnlicher Textverständlichkeit. Die differenzierte Sprachbehandlung Bergs vom gesprochenen Dialog über das Sprechen in notierter Tonhöhe bis zu den verschiedenen Schattierungen des Gesangs trat deutlich hervor. ...

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Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Boris Kehrmann

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